RITARI
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GRAFIK | KONZEPT

 

*Dieser BLOG ist ein Blog im Sinne des Online-Journals, ohne Kommentar- und Trackback-Funktion, chronologisch zu verschiedenen Themen, jedoch nicht täglich, erstellt.

Widerspruch des Monats

Immer wieder fallen mir in Projekten oder im Alltag kleine Ungereimtheiten auf, die für mich einfach nicht zusammenpassen wollen - entweder mit meiner Erfahrung aus Kundenprojekten, dem was ich im Studium gelernt habe, dem was in der Fachpresse steht, oder in Zitaten, die durch das Netz schwirren. Wie das Titelbild zeigt: Das Zitat "Sei die Stimme, nicht das Echo." als Grafik auf seiner Facebook-Seite zu teilen, statt eigene Gedanken zu formulieren.

Mir schwirren solche Gedanken wiederum so lange durch den Kopf, bis ich sie aufgeschrieben habe. Weil ich meinen Kopf gern etwas davon befreien möchte, um Platz für Projekte zu haben oder einfach neuen Input (heutzutage geht das besser denn je), schreibe ich es hier auf. 

Da ich eher praktisch veranlagt (und darum auch "Gebrauchsgrafiker" und nicht "Künstler" geworden) bin, versuche ich die Widersprüche in Zusammenhang zum Marketing, sprich Zielgruppe oder Unternehmen, zu setzen - sonst könnte ich sie schließlich auch ins Tagebuch schreiben.


022018 | Autoresponder - automatisch kundenfreundlich?

Bestätigungsmails gehören regulären zum Ablauf bei Online-Geschäften und sorgen eher für Sicherheit als für Unsicherheit (SSL vorausgesetzt). Das gilt insbesondere für Bestellungen oder für mich relevante Inhalte - manchmal nutzte ich Feedbacks oder Anfrageformulare und hätte dann gern eine Kopie per Mail für's Archiv.

Dann gibt es aber auch noch den AUTORESPONDER. Wenn mein virtueller Gesprächspartner nicht gerade im Urlaub ist und es sich inhaltlich um "Danke dir, schöne Grüße, wir melden uns" handelt, finde ich die pauschale Antwort nur überflüssig! Ich bekomme eine Mail ohne Inhalt. Wenn ich Fragen habe (in meinem Fall Entwürfe oder Angebote schicke), und auf eine Antwort warte und dann eine Mail erhalte, steigt die Erwartung beim Posteingang (visuell und akustisch untermalt) und fällt drastisch ab, weil es nur der Autoresponder ist. 

Ganz ehrlich: Als Kunde oder Geschäftspartner erwarte ich, dass sich darum gekümmert wird und will dann keine 0815-Antwort, die mir noch Arbeit macht, weil ich sie in den Papierkorb werfen muss. Somit verbinde ich eine negative Handlung und nicht erfüllte Erwartungen mit dieser Adresse - und das will keiner von beiden. 

Vielleicht sollten die Antworten einfach kreativer sein, sodass sie zum Markenzeichen werden - kann man zumindest mal drüber nachdenken, ansonsten einfach sein lassen.

082017 | Logo-Design-Wettbewerb

#Logo #Vergleich #Wettbewerb #3Entwürfe #entscheiden #Kernaussage #werbistdu? #waswillstdu?

 

Im Designerinnen-Netzwerk bin ich letztens auf einen Beitrag gestoßen, in dem es darum ging, dass Unternehmen verschiedene Designer und Agenturen beauftragen, um ihr Logo zu entwickeln. Aus diesem Potpourrie wählt der Chef dann sein neues Logo aus oder lässt es noch einmal überarbeiten. 

Diese Gestaltung "von weitem" führt aus meiner Sicht, nur selten zu wirklich guten, individuellen Ergebnissen. Das Ziel soll ein Logo sein, mit dem der Unternehmer sich identifiziert. Er soll das Gefühl haben, es ist nur für ihn gemacht, auf seine Bedürfnisse, Produkte, Kunden und zukünftige Ziele zugeschnitten. In dem erwähnten Beitrag kam es dann zu genau dieser Problematik. Der Kunde konnte sich nicht entscheiden. Sein Bauchgefühl sagte ihm, das es nicht wirklich sein Logo ist. Wie auch, wenn es eins von vielen ist.

Seit ich diesen Beruf ausübe, kenne ich die Ansage von Kunden: "Machen Sie mir bitte 3 Entwürfe." Es ist Normalität. Aber nicht (mehr) meine. Schon vor Jahren bin ich zu dem Schluss gekommen, das ein gutes Briefing mit persönlichem Gespräch, nur 1, maximal 2 Logo-Vorschläge zulässt. Und 2 nur dann, wenn es tatsächlich  zwei verschiedenen Ansätze gibt, die gleichwertige und dennoch unterschiedliche Aspekte den Unternehmens unterstreichen. Die Kernaussage ist dann ähnlich, man geht nur z.B. den emotionalen oder rationalen Weg. Das ist aber eher selten. Meine Trefferquote ist damit übrigens ziemlich hoch.

Wenn am Ende der Kunde auf 3 Entwürfe trifft, vom Typ her nicht gerade zu den Entscheidern gehört oder vielleicht eine kreative Ader hat, kann es sein, dass er einzelne Elemente aus allen 3 Logos kombinieren möchte. Das ist als würde ich meine 3 Lieblingsspeisen in einen Topf werfen und hoffen, dass das dreimal so gut schmeckt. Bestimmt - guten Appetit!


072017 | "Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler."

#Zielgruppe #Produkt #Empathie #Einfühlungsvermögen #effizient


Diese Volksweisheit hat sicher jeder schon einmal gehört. Genauso oft hört man jedoch, ob zu Geburtstagen oder in der Weihnachtszeit: "Schenke, was du selbst gern magst!". Was denn nun?! 

Mmmmmh... Tatsächlich klang dieses Echo in meinen Zwanzigern sehr lange nach. Ich habe es von meiner Schwester gehört und bei jeder Gelegenheit versucht, dem nachzukommen - natürlich in der Hoffnung, damit auch die größtmögliche Freude beim Beschenkten zu erzeugen. Ganz schön verrückt! Ich stellte auch immer wieder fest, dass ich mich dann sehr ungern von diesen Dingen trennte. Andererseits war der Effekt auch nicht der, den ich erhoffte. Da konnte also etwas nicht stimmen...

Marketing-technisch betrachtet der Super-Gau. Jeder Unternehmer sollte seit der zweiten Zeile den Kopf schütteln. Sollte. Aber auch unter ihnen macht sich hin und wieder die Erwartung breit, dass das Produkt oder die Dienstleistung, die er gut findet und anbietet, auch automatisch einem anderen passen. Und zwar so sehr, dass er sein Geld dafür ausgibt, möglichst viel, oft und am besten weiter empfehlen. Tja, auch hier zeigt die Realität schnell, ob die Erwartungen auf beiden Seiten erfüllt werden.

Und so komme ich zum Schluss: Schenke dir selbst, was du selbst gern magst. Von mir aus, wünsche es dir konkret, wenn du auf Überraschungen verzichten möchtest (ich übrigens nicht). Ansonsten mache dir Gedanken, was derjenige, den du beschenken willst, gern mag. Beobachte seine Vorlieben und Eigenheiten. Das gilt für alle: Familie, Freunde und Kunden. Allerdings hat man bei den ersten, ein ganzes Jahr Zeit und häufig mehr direkten Kontakt. Trotzdem: Die Mühe lohnt sich. Es beißt sonst keiner an!

062017 | Kann Kundenbindung ein Alleinstellungsmerkmal sein?
Und wie funktioniert eine persönlichere Kundenansprache, wenn diese automatisiert und standardisiert wird?

#USP #Alleinstellungsmerkmal #Wiedererkennungswert #Zielgruppe #Marketing #E-Mail-Marketing #Analyse #Personalisierung #individuell #fitnessfirst

Ich gehe sehr gern ins Sportstudio, nämlich Athletic Park Sportstudio Erkner ("Für mich nur das Beste"), welches ich seit 10 Jahren auch als Kunden betreue. Gesundheit, Sport, Ernährung sind für mich essentiell, um den täglichen Herausforderungen (Job, Kind, Haushalt, Freizeit) gewachsen zu sein. Gesunder Geist in gesundem Körper. Darum hat mich der folgende Artikel ganz besonders interessiert:

http://www.lead-digital.de/aktuell/social_media/fitness_first_wie_die_kampagnenautomatisierung_gelingt 

Im oben genannten Beitrag von LEAD digital steht folgender Absatz: "Die Fitnessbranche ist ein hart umkämpftes Segment. Von den vielen Discountanbietern will sich Fitness First vor allem durch seine gut durchdachte Kundenansprache absetzen. Für Sönke Iwersen, Head of Business Development & Business Intelligence bei Fitness First, gehört die Kundenbindung zum erklärten Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. An allen seinen Standorten hat Fitness First zwar direkten Kontakt zu seinen Kunden, die Möglichkeiten der personalisierten Ansprache wollte Iwersen jedoch weiter ausbauen – mit mehr Emotionalität und einer besseren Aufklärung über die Angebote."

Die Lösung in Kurzform: Datenerfassung optimieren und ein System für automatische, standardisierte Marketingaktivitäten an allen Standorten

Find den Fehler?! 
Kundenbindung ist ein Ziel, das durch entsprechenden Maßnahmen erreicht wird | Ausführliche Definition 
Alleinstellungsmerkmal ist das, was mich deutlich vom Wettbewerb unterscheidet | Ausführliche Definition
Folglich: Fitness First kann sich nicht von der Konkurrenz abheben, da auch diese - wie jedes Unternehmen - das Ziel hat, seine Kunden zu behalten.

Damit zur zweiten Frage: Mag sein, dass Fitness First das Gefühl hat, nicht alle Daten der fast 300.000 Mitglieder in über 80 Studios nachvollziehen, kontrollieren und steuern zu können. Dass sie sich wünschen, einzelne Kunden konkreter und persönlicher anzusprechen, in allen Filialen gleich und statistisch vergleichbar. Die genannten Beispiele hinken jedoch deutlich. "Absprungwillige" nach der Kündigung zum Bleiben zu überreden, oder "Neumitglieder" in den ersten Monaten mit Standard-Mails zu "motivieren", ist einmal zu spät und einmal zu früh. Das Ganze als Kampagne über mehrere Kanäle mit Analyse und Auswertung, die eher dem System als dem Kunden dient, setzt falsche Prioritäten. 

Eine Kampagne zur Kundengewinnung ist selbstverständlich richtig. Es ist auch wichtig, Kunden zu unterstützen, am Ball zu bleiben und ihren Zielen näher zu bringen. Das sollte aber vorrangig im Studio umgesetzt werden, sprich durch das Team, das Sportangebot selbst und Mehrwerte drum herum. Wenn er wirklich kündigen möchte, liegt es entweder an der Qualität des Studios oder an Lebensumständen, die durch keine Kampagne beeinflussbar sind. Auch "Kunstpausen" müssen erlaubt sein - hier darf durchaus vermisst und freundlich nachgefragt werden. Wer im Studio das Maximum aus sich raus holt, sich von Trainern und seinen Sportsfreunden mitreißen lässt, zu schätzen weiß, was er für seine Gesundheit tut, lässt sich von Standard-Kampagnen wenig beeindrucken. Das Budget sollte in das Team gesteckt werden, auch wenn die menschliche Komponente das größte Risiko darstellt, ist es auch das größte Potential. Korrekte Zahlen bringen nicht unbedingt korrekte Fakten.



 
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